Unterrichtsstunde 1.3 (fakultativ): Wie wohnt man im heutigen Europa?

Ziele:
  • Sich die Vielfalt der Wohnhäuser in Europa vor Augen führen.
  • Den Gegensatz zwischen der Vielfalt historischer Bauten und der Ähnlichkeit heutiger Beton-Konstruktionen erkennen.
Angestrebte Kenntnisse:
  • Die Arten der Wohnhäuser auf den Fotos erkennen und beschreiben können.
  • Fotos von Wohnhäusern nach ausgewählten, klar bestimmten Kriterien ordnen können.
  • Sich der Vielfalt der Ordnungsmöglichkeiten bewusst werden.
Schwerpunkt: Geographie
Wortschatz: Ländlich, städtisch, Stadtrand, Vororte
Dauer: 1 Stunde
Material: Für jede Gruppe:
  • eine Fotokopie des Arbeitsblattes 3, wenn möglich in Farbe
  • Tonkarton im A3-Format

Einstiegsfrage

Die Schlussfolgerungen der vorangegangenen Unterrichtsstunde werden reka­pituliert: Es gibt eine große Vielfalt von Behausungen auf der Welt, die dem jeweiligen Klima und den lokal vorhandenen Baustoffen angepasst sind. An­schließend fragt der/die Lehrer/in die Klasse: "Gibt es auch in Europa verschie­dene Behausungstypen?" Die Antworten der Schüler/innen werden an die Tafel geschrieben: Hochhäuser, Häuser, Wohnwagen, Sied­lungen, ...

Literaturrecherche

Die Schüler/innen werden in kleine Gruppen aufgeteilt und erhalten eine Kopie des Arbeits­blattes 3, das verschiedene Wohnweisen in Europa zeigt. Sie wer­den aufgefordert, diese Wohnformen zu ordnen, und dabei selbst die Klassifi­zierungskriterien aufzustellen. Wenn sie Schwierigkeiten haben, Kriterien zu finden, kann der/die Lehrer/in ihnen zum Beispiel die folgenden vorschlagen:

  • Einfamilien-/Mehrfamilienhaus
  • ortsgebunden/nomadisch (festes/mobiles Wohnen)
  • städtisch/ländlich
  • Baumaterialien (Beton, Holz, Backstein, Stein, Lehm, Glas, Metall)

Andere, allerdings selten von den Schüler/inne/n vorgeschlagene Kriterien wären: neu/alt, reines Wohnen/Wohnen und gewerbliche Nutzung.

Die
Häuser aus Arbeitsblatt 3

Abb. 1: Die Häuser aus Arbeitsblatt 3 (siehe Bildnachweise). Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Im Arbeitsblatt 3a sind Ausschnitte der Häuser des Arbeitsblattes 3 zu sehen. Auf den einzelnen Bildern lassen sich so die Baustoffe besser erkennen.

Pädagogische Anmerkung

Die Gruppe erstellt ein Poster, das im Titel auf die gewählten Kriterien verweist (Beispiel: "Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser in Europa").

Gemeinsame Erörterung und Schlussfolgerung

Die Poster werden an die Tafel geheftet. Offenbar gibt es mehrere Klassifi­zierungskriterien für ein- und dieselben europäischen Wohnhäuser. Der/die Lehrer/in ermuntert die Klasse zusätzliche Kriterien zu suchen (siehe Liste weiter oben) und achtet darauf, dass die speziellen Begriffe richtig verwendet werden. Wenn schließlich alle Kriterien bestimmt sind, geht die Klasse ein Foto nach dem anderen durch und bezeichnet (charakterisiert) sie mit den passen­den Begriffen.

Im Arbeitsheft ordnet dann jede/r Schüler/in die eigene Wohnung/das eigene Haus nach diesen Kriterien ein: "Ist es ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung in einem Mehrfami­lienhaus? Städtisch oder ländlich? Neu- oder Altbau? Welche Baumaterialien wurden verwendet?"

Wissenschaftliche Anmerkung

  • Die europäische Bevölkerung ist zu etwa drei Vierteln städtisch (2011): Europa: 73%, Deutschland: 74%, Österreich: 68%, Schweiz: 74%, Frankreich: 86% [1].
  • Einfamilienhäuser machen einen Großteil aller Wohnhäuser aus (2011):
    Deutschland: 63% , Österreich: 35%, Schweiz (2012): 69%, Frankreich (2012): 57% [2].
  • Jedes Jahr werden zahlreiche neue Wohnungen gebaut: Deutschland: 177 000 (2012), Österreich (2009): 38 100, Schweiz (2012): 45 200, Frankreich: 244 000 (2010) [3].
  • Beton ist heutzutage der am häufigsten verwendete Baustoff [4].

An dieser Stelle kann man über die große Vielfalt an Wohnhäusern in Europa diskutieren, über städtische und ländliche Bauweisen, Alt- und Neubauten. Auch bei den Baumateria­lien gibt es eine große Vielfalt. Heutzutage werden Wohnhäuser aber vor allem aus Beton gebaut. Diese Feststellung wird im Arbeitsheft vermerkt.

Mögliche Fortsetzung

Beim nächsten Ausflug (oder auch nur auf dem Schulweg) können die Schüler/innen sich damit vergnügen Wohnhäuser einzuordnen.



Fußnote

1: Quelle: United Nations, Department of Economics and Social Affairs
Bevölkerungszahl im Jahr 2013 in Europa: 740 Millionen, Deutschland: 80,6 Millionen, Österreich: 8,5 Millionen, Schweiz: 8,1 Millionen, Frankreich: 63,9 Millionen (Quelle: Stiftung Weltbevölkerung)

2: Quellen: Regionaldatenbank Deutschland, Statistik Austria (Übersicht 13), Statistik Schweiz, Institut national de la statistique et des études écono­miques

3: Quellen: Regionaldatenbank Deutschland, Statistik Austria, Statistik Schweiz, Institut national de la statistique et des études économiques
Die Zahlen sind nicht immer hundertprozentig miteinander vergleichbar, weil die Definition von "Wohnung" leicht variiert, aber um eine Idee der Größenordnun­gen zu bekommen, sind sie definitiv gut geeignet.

4: Centrum Baustoffe und Materialprüfung der TU München

Projektpartner

La main à la pâte Stiftung Sonnentaler